Ich habe letztens einen zwei Tage dauernden Kurs “Interkulturelle Kompetenz” bei der Firma Integrata teilgenommen. Dieser Kurs wurde vor einigen Monaten über meinen Arbeitgeber angeboten, und da ich auch privat über vergleichsweise viele Kontakte ins Ausland verfüge, habe ich die Gelegenheit natürlich sofort wahrgenommen.
Normalerweise wird diese Art von Training offenbar veranstaltet um eine Person oder Manager auf einen Auslandsaufenthalt vorzubereiten, bei dem man die groben Fettnäpfchen vermeiden sollte.
Die von mir besuchte Veranstaltung stellte sich als der erste Versuch heraus, das Thema “interkulturelle Kompetenz” etwas abstrakter zu behandeln. Natürlich wurde exemplarisch anhand einiger Länder wie Japan, China, USA ein “korrektes” verhalten gezeigt, die Trainerin versucht aber auch allgemeine Herangehensweisen zu vermitteln.
Leider litt diese spezielle Schulung an der mangelnden Vorbereitung, vermutlich auch begründet in der mangelnden Erfahrung mit der Schulung. Entsprechend war die Ausbeute etwas dünn. Ich denke nicht, dass ich viele praktisch einsetzbare Erkenntnisse erlangt habe.
Trotzdem ist es sicherlich sinnvoll eine derartige Schulung zu besuchen, wenn man die Gelegenheit hat, vor allem wenn das Training auf das eigene “Wunsch-Ziel” spezialisiert ist. Selbst im Urlaub dürfte die Schulung helfen.
Tja, “praktisch einsetzbare Erkenntnisse” in einem 1- oder 2-tägigen interkulturellen Training zu gewinnen, ist auch eher schwierig. Klar, bei Trainings, die auf eine bestimmte Zielkultur hin konzipiert wurden, erfährt man in der Regel viel Fakten- und landeskundliches Wissen. Normalerweise geht es aber zunächst einmal um eine Annäherung an das Thema und vor allem darum, sich seiner eigenen kulturellen Prägung bewusst zu werden, auf Englisch: cultural self-awareness. Gut konzipierte Trainings gehen da einen eher experimentellen Weg und versuchen, die “kulturelle Dimension” für die Teilnehmer beispielswese durch Simulationen oder Rollenspiele und vor allem auch Videomaterial “erfahrbar” zu machen. Sich theoretisch dem Thema anzunähern wird zwar dshalb von vielen geschätzt, weil man damit etwas Konkretes oder “Verwertbares” mitzunehmen meint, interkulturelle Kompetenz ist aber so vielschichtig, dass dies meist nicht sehr weit greift.
Praktisch einsetzbare Erkenntnisse könnten in diesem Falle durchaus auch abstrakt sein. Wie gehe ich auf den anderen zu, was ist die beste “Strategie” um mit dieser unbekannten Situation umzugehen. Also eher Psychologie.