Die [Frankfurter Rundschau](http://www.frankfurter-rundschau.de/) führte ein [Interview mit dem Migrationsforscher Klaus Bade](http://www.frankfurter-rundschau.de/ressorts/nachrichten_und_politik/nachrichten/?cnt=778585&sid=78aa5d4e2e62088217f3f021af6127cf).
Herr Bade beklagt darin die Abwendung von qualifizierten Arbeitskräften aus Deutschland, bei gleichzeitig ausbleibender Zuwanderung von hochqualifizierten Arbeitskräften. Auch blieben bei einer Auswanderung die Eltern oft in Deutschland, um ihre Rentenansprüche nicht zu gefährden.
Ein kurzer, meines Erachtens lesenswerter Artikel, wirkliche Überraschungen birgt er hingegen nicht.
Abwanderung aus Deutschland. Ja, das habe ich schon 1990 getan. Im September 1990 bin ich von München nach den USA ausgewandert, und ich hatte kein Heimweh, war froh daß ich aus Deutschland weg gegangen bin. Ich bin immer noch ziemlich sauer auf die deutsche Gesellschaft und den Staat.
Die Gründe liegen auf der Hand: zu wenig Inovationen, zu wenig Gehalt, keine Flexibilität in Schulen, Universitäten und Firmen; Die Intolerranz gegen Umdenker wie mich war einfach zu viel und die Steuern in Deutschland sind einfach zu hoch. Mein Beruf ist DBA (Database Administrator); ich entwickle neue Systeme und Software. Ich habe einfach keine Chancen erhalten mich beruflich auszudrücken. Da war dann immer so ein alter Knacker der alles nach seiner alten Methoden und Standards durchsetzte, immer alles besser wußte und da war dann kein weiterkommen. Fortschritt kommt durch Innovation. Es gibt einfach zu wenige deutsche Manager, die das verstehen. Das ist zum Teil auch durch überregulierung durch den Staat und Betriebe Schuld. Neben diesen Vergewaltigungen wird man dann noch schlecht bezahlt, weil die Information Technik Abteilungen ganz unten auf der Verdienststufe stehen. Mein Bruder hat sich umschulen lassen, weil er in seinem Bereich keine Arbeit gefunden hat und er verdient weniger als ein Viertel von dem was ich in dieser Position verdient habe, bezahlt aber mehr Steuern in Euros und nicht Prozentual! Er kann sich kaum leisten zu leben. Das bringt mich zu den Schulen und Universitäten. Nur weil man das Abitur nicht so perfekt bestanden hat kann man kein Doktor oder Wissenschaftler werden. Die Noten im Abitur korreliern nicht mit dem Koennen und dem Talent in der Praxis. Ich bin ein sehr kreativer Mensch, die Schulen waren holt nicht flexibel dies zu erkennen und zu foerden. Eine interessante Pointe ist, um meine Argumente zu unterstützen: Infineon produzierte flash chips und fuhr ein hohes Defizit ein während die Konkurrenz Rekordgewinne macht. Das ist ein Beispiel, weil ich weggegangen bin.
Ich hätte in Deutschland nie die Chancen bekommen, die ich hier bekomme. Ich kann mir hier von vielen Betrieben aussuchen mit wem ich zusammen arbeiten will und ich werde angestellt wegen meiner Kreativität und Andersartigkeit, die in Deutschland diskriminiert wird. Von Freiheit spricht und die Freien schlägt man. Es braucht ein Umdenken. Werde ich wieder heimkehren? Ich glaube kaum, in Deutschland ändert sich doch nichts so schnell. Es ist nicht nur Arbeitgeber und Staat zu beschuldigen, sondern auch Gewerkschaften, die sich sogar hartneckiger gegen Fortschritt und Veränderung stellen. Sie behüten nur die eigenen Pfründe, und kümmern sich kaum um den Nachwuchs.
Ich lebe seit 2 Jahren in Andorra, Pyrenäen. Den Weggang aus Deutschland habe ich nicht bereut. Ich ärgere mich, dass ich nicht 20 Jahre früher weg bin. Es schüttelt mich, wenn ich zurückdenke, DER ALPTRAUM!
Die Integration hier geht zwar recht langsam (Sprachenbabylon Catala, E, F), aber ich hatte nie das Gefühl, nicht willkommen zu sein. Dazu hat Andorra ein politisches System, in dem die Logik nicht Kopf steht. Alles passt (bisher), für freiheitlich denkende Menschen so etwas wie das Paradies. Keine staatliche Schnüffelei, kein Finanzamt, gegenseitige Achtung in der Gesellschaft, viele Kinder, hervorragende Infrastruktur.
Andorra ist extrem vital. Soviel Zuversicht reisst richtig mit, wenn man eigenverantwortlich eingestellt ist. Es ist nicht Mitglied der EU, und auch sonst ziemlich eigen (Bergvolk mit uralter Kultur). Vielleicht entdecke ich ja noch den Haken. Aber zurück nach Deutschland niemals. Mein Bericht steht unter dem Link.
Gruss Lutz
Gehen oder nicht gehen, das ist hier die Frage.
Das scheint bald keine Frage mehr zu sein.
Die Leute in der Wirtschaft lügen bis sich die Balken biegen und dem entsprechend sind die Ergebnisse.
Altersstruktur steigt, Gesellschaft wird zunehmend Kinderfeindlich
Politiker lassen sich von der Wirtschaft beraten und erlassen Gesetzte, die sie selber nicht interpretieren können.
Steuern müssen erhöht werden, um den organisierten Abhörstaat aufrecht zu erhalten. Planwirtschaft statt Marktwirtschaft.
Den Schulen fehlen die jungen und dynamischen Lehrer. Veraltet Wissen im
neuen Gewandt
Bevor tolle Konzepte gemacht werden, wie man ein Schulsystem verbessert, sollte man erst mal dafür sorgen, dass der normale Schulbetrieb in jedem Falle gesichert ist.
Alte Lehrer, die den Anforderungen eines modernen Unterricht nicht mehr entsprechen, sollte man mit anderen Aufgaben betrauen, aber nicht mit der Ausbildung unserer Kinder.
Kleine Unternehmen und Mittelständler werden vernachlässigt. Kein Nachwuchs
1 Euro Jobs und Zwangsarbeit, Ausnutzung hochqualifizierter Mitarbeiter.
Renten können aufgrund der Misswirtschaft
und der zunehmenden Altersstruktur nicht mehr gezahlt werden
Staat erläßt steuerliche Anreize für Unternehmer, die er dann nach Lust und Laune
zu seinen gunsten wieder revidiert werden
Gemeinden und Kreise verschleudern das Geld vom Staat der Bürger in oftmals sinnlose Wirtschaftprojekte
Überall wird gekürzt, auch bei Dingen, die zum wirtschaftlichen Erfolg beitragen
Politiker lügen um in der Öffentlichkeit gut dazustehen
Aber es gibt ja noch Ausnahmen!
Einen schönen Gruß an Frau Merkel
Hallo Ralf,
Die Frage ist ja aber auch – wo ist es wirklich besser?