Auf Eis Gelegt

Werner hat seinen Plan, nach Kanada auszuwandern, [gestoppt](http://www.projectwestbound.com/2007/05/08/intermediate-conclusion/). Er hat bei einer vorbereitenden Reise Zweifel an seinem Vorhaben bekommen. Das zeigt einmal mehr wie wichtig es ist, sich sein “Wunschziel” persönlich anzuschauen. Das Grass ist immer auf der anderen Seite des Zaunes grüner. Ich denke er hat richtig gehandelt – äußert sich ein Zweifel, oder zeigen sich anderweitige Probleme, ist es sicherlich besser zumindest noch zu warten bis man diese Zweifel oder Probleme klären kann.

Was ziehe ich für mich aus Werners Erfahrung? Ich sehe dass die Wahl des richtigen Zieles wirklich nicht einfach ist. Selbst, wenn es “auf dem Papier” gut aussieht, kann man dann doch vor Ort einen ganz anderen Eindruck gewinnen. Auf der anderen Seite merke ich in den letzten Wochen und Monaten, dass der Drang dieses Land zu verlassen nicht so sehr aus persönlichen oder beruflichen Gründen geschieht – ich habe ein fast wöchentlich wachsendes Unbehagen ob der politischen Zukunft unseres Landes. Vor 80 Jahren wäre es für mich einfach gewesen: Damals wanderte man in meiner Situation in die USA aus. Aber heute wäre das vom Regen in die Traufe zu migrieren.

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4 Responses to Auf Eis Gelegt

  1. Werner Nieke says:

    Persönlich anschauen ist sicher wichtig und sollte vor so einem wichtigen Schritt zum “Standardprogramm” gehören, sofern man es sich leisten kann. Ich habe offenbar den Fehler gemacht, bei der Wahl meiner Kriterien zu kopflastig zu sein und auch meine persönliche Disposition – die Lichtarmut im Winter bereitet mir schon hierzulande gern die sprichwörtliche Winterdepression – zu wenig berücksichtigt zu haben. Dennoch betrachte ich es wirklich als “Zwischenergebnis” und noch nicht als letztes Wort, zumal ich Dein Unbehagen in bezug auf die innenpolitische Lage uneingeschränkt teile.

  2. Werner Nieke says:

    P.S.: “… vom Regen in die Traufe”: Eher umgekehrt, da ist mittlerweile dort “Regen”, um bei Deiner Metapher zu bleiben.

  3. Brigitte says:

    Auf keinen Fall sollte man diesen Schritt tun ohne sich ganz sicher zu sein. Und selbst wenn man das Land vom Urlaub her kennt …. wenn man dann erst mal dort lebt, ist es gleich nochmal anders.

  4. Nils says:

    Werner: Das englische Aequivalent waere “from the frying-pan into the fire”, und passt viel eher. Aber hier blogge ich halt auf Deutsch. ;)

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